Wurzeln und Flügel – ein Generationenroman

buch

Eleni wurde 1956 in einem kleinen griechischen Dorf an der albanischen Grenze nur aus dem einen Grund geboren: Um ihren Cousin Lefti zu heiraten. Oder um es deutlicher zu sagen: Damit das Vermögen in der Familie blieb. Alles funktionierte so wie abgemacht. Und ging trotzdem gründlich schief.

Putsch und Militärjunta. Achtundsechziger und sexuelle Befreiung. Gastarbeiterschicksal und Neuerfindung in einer globalisierten Welt. Das ist der historische Rahmen, in dem die Handlung spielt. Während Lefti versucht Wurzeln zu schlagen, fliegt Eleni hoch – zu hoch. Und doch ist schließlich wieder alles ganz anders, die Kreise schließen sich.

Vea Kaiser macht daraus ein modernes Heldenepos in neun „Gesängen“ und führt uns aus dem geschlossenen Universum der Clans hinaus in die weite Welt und wieder zurück; denn so verläuft die Lebensreise von Lefti und Eleni, deren Charaktere nicht gegensätzlicher sein könnten. Strebsam, lernwillig und ehrgeizig der eine. Querköpfig, leidenschaftlich und anders ehrgeizig die andere. Umgeben sind die beiden von Familie, Freunden, Mitstreitern und Gegenspielern, die warmrherzig aber auch mit spitzer Feder gezeichnet, mitten aus dem Leben zu stammen scheinen (Vea Kaiser sagte einmal in einem Interview, dass die eigene Familie ihr Steilvorlagen für die Schilderung ihrer Charaktere gebe …).

Der rätselhafte Klappentext macht neugierig, und ich fragte mich beim ersten Durchlesen, wie eine so junge Autorin dieses komplexe Thema wirklich packen will. Wobei 464 Seiten für ein Generationenepos ja eher knapp kalkuliert sind.

Zugegeben, es bleiben Fragen offen, über die Vea Kaiser mit leichter Hand (und Feder) ein wenig hinweghuscht. Aber diesem Roman geht es auch nicht so sehr darum einen bis ins Letzte korrekten historischen Abriss der Ereignisse darzustellen, sondern er nähert sich den ganz großen Themen aus der ausschließlich privaten Perspektive. Und gerade das macht das Buch interessant.

Auch heute wird ja wieder „Geschichte gemacht“ und „historische Ereignisse“ überstürzen sich, während viele Menschen das Gefühl plagt, jeweils nur einen fragmentarischen Ausblick auf die Realität zu bekommen. Wie schmerzlich vermisst man oft den Blick aufs große Ganze und versucht Zusammenhänge zu verstehen. Nicht anders ergeht es den Heldinnen und Helden in diesem Roman. Das Große findet sich im Kleinen, das Private wird politisch, und das Räderwerk der Geschichte zermahlt Lebensentwürfe und Träume zu einem Staub, aus dem sich dann wieder ganz vortrefflich etwas Neues formen lässt. Das ist oft schmerzlich. Noch öfter witzig. Und manchmal ganz einfach herzzerreißend.

Sind wir Planer unseres Schicksals oder Marionetten, die an den Strippen tanzen, welche die Götter ziehen? Jeder beantwortet diese Frage anders: Die Großmutter liest aus dem Kaffeesatz und deutet Träume. Eleni wird Kommunistin und Lefti arbeitet still und strebsam am gesellschaftlichen Aufstieg. Wer ist dabei ein Held? Achill, der Kämpfer oder Odysseus, der sich treiben lässt, dabei aber nie das Ziel aus den Augen verliert? Die Antwort fällt unterschiedlich aus. Denn wie heißt es so schön: „Das Leben wird vorwärts gelebt, aber rückwärts verstanden.

Dieses Buch ist Liebesgeschichte, Komödie und Drama in einem. Die Charaktere wachsen einem ans Herz und so wird dieser Roman vor allem zu einem ungeheuren Lesespaß. Ich gebe zu. Er hat mir schlaflose Nächte bereitet. Aber äußerst vergnügliche.

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Ein Kindsmord ist kein Kinderspiel – seine Beurteilung aber ein Kaleidoskop der Wirklichkeiten

bartsch

Die Geschichte des Kindermörders Jürgen Bartsch liest sich flüssig, ja man kann sie als echten ‚Pageturner‘ bezeichnen.
Bei einem Täter, der Kinder zu Tode quält, steht das Urteil schnell fest: „So eine Bestie in Menschengestalt gehört weggesperrt auf Lebenszeit“ – um die eher zurückhaltenden Formulierungen aus dem Mund aufrechter Bürger zu zitieren. Das ist heute noch genauso wie in den Sechziger Jahren, egal ob der ‚Kirmesmörder’ Jürgen Bartsch im Ruhrgebiet zuschlägt oder Silvio S. ein Kind vor dem LAGESO in Berlin entführt. Die Sehnsucht sich das Grauen vom Leib zu halten, und das faszinierte Aufsaugen möglichst vieler Details sind die zwei Pole der Berichterstattung und auch der Wahrnehmung solcher Fälle in der Öffentlichkeit. Das Verlangen nach schwerer Bestrafung, ja Rache geht Hand in Hand mit dem Wunsch eine Erklärung für das Unerklärliche zu finden. Schnell ist man da mit Schuldzuweisungen bei der Hand. Die Gene. Das Elternhaus. Schule. Mobbing. Sexueller Missbrauch. Schlechte Freunde. Drogen und Alkohol. Arbeitslosigkeit. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Irgendwas ist immer – und jeder pickt sich das heraus, was zu seiner Weltanschauung passt. Und genau dieses Kaleidoskop der Wirklichkeiten bildet Regina Schleheks Tatsachenroman auf beeindruckende Weise ab. Es kommen verschiedene Wegbegleiter Jürgen Bartschs zu Wort, von seinem Kindermädchen bis zum Mitschüler und Kollegen, aber auch Außenstehende, die alles nur aus der Presse kennen und sich ein Bild machen, das mehr oder weniger subjektiv eingefärbt ist (mehr oder weniger braun könnte man auch sagen, denn die Nazizeit wirft immer noch erschreckend lange Schatten bis weit in die Sechziger hinein). In den protokollartigen Statements weht uns der ganze Mief der Nachkriegszeit an, die bis tief in die Familien hinein von Gewalt, Tabus, Lügen und Verschweigen verkrustet war. Aufatmend möchte man das Buch zur Seite legen und sich trösten damit, dass die Zahl der Kindsmorde seit Jahren stark zurückgeht. Aber zum einen nimmt dafür die Gewalt gegen Kinder signifikant zu. Und zum anderen, klingen viele Statements im Roman erschreckend vertraut: sei es die ‚Lügenpresse‘, dem Ruf nach (rechter) Zucht und Ordnung, der Wunsch nach traditionellen Familienverhältnissen und nicht zuletzt eine krasse Fremdenfeindlichkeit und Schwulenhetze. Unsere plurale Gesellschaft, von deren Vorteilen so viele profitieren, scheint beim Lesen auf einmal wieder durchweht vom Geiste des Ewiggestrigen. Das macht dieses Buch so beklemmend aktuell. Nicht wegen der gut recherchierten Mordgeschichte, sondern als Porträt einer zutiefst verunsicherten Gesellschaft. Last but not least sei noch erwähnt, dass auch die Voyeure extremer Gewalt ziemlich harten Stoff geboten bekommen. Die Mordszenen sind nichts für zartbesaitete Gemüter. Aber die Stärke des Buches liegt eindeutig darin, verschiedene Stimmen der bundesrepublikanischen Wirklichkeit der Sechziger zu einem Kaleidoskop der Wirklichkeiten zusammenzufassen.

Kein Bleichmittel für blinde Flecken – oder: wie funktioniert Geschichtsschreibung?

  • Ivan Ott:       Geraubte Kindheit
  • erschienen 2012 im Gerhard Hess-Verlag
  • Zeitzeugen müssen einen langen Atem haben. Ganz besonders solche, die es eigentlich nicht geben dürfte. Weil ihre Geschichte verschwiegen wurde. Weil sie eigentlich gar nicht hätten überleben sollen. Der Journalist Ivan Ott musste 78 Jahre alt werden, bis er seine Geschichte endlich auf Deutsch erzählen durfte. In seinem Buch ‚Geraubte Kindheit‘ schlägt er ein grausames Kapitel auf. Inhalt: der Massenmord an antikommunistisch eingestellten Menschen im neu entstehenden Jugoslawien. Betroffen waren nicht nur Soldaten der ‚Heimwehr‘, sondern auch Kinder, Alte, Kranke – Zivilisten eben. Wie ja Zivilisten generell in modernen Kriegen stärker gefährdet sind, als jeder Soldat. Ivan Ott hatte ein fragwürdiges Glück: nachdem beide Eltern ermordet waren, kam er zur sozialistischen Umerziehung in ein Kinderheim. Noch heute schwingt in seinem Bericht der fassungslose Ton des knapp Elfjährigen, wenn er die sadistischen Quälereien schildert, denen er damals ausgesetzt war.

    Für Ivan Ott ging der Krieg eigentlich erst so richtig los, nachdem er für das restliche Europa zu Ende war. Die abenteuerliche Flucht aus Ljubljana (Laibach), die trügerische Sicherheit auf der österreichischen Seite der Grenze, Ratlosigkeit und Verwirrung beim Verrat der britischen Besatzungstruppen und das Entsetzen derer, die erkennen, dass sie, eingepfercht in Viehwaggons, dem sicheren Tod entgegenrollen. Und Hoffnung, immer wieder Hoffnung – da man als Leser weiß, wie es enden wird, tut diese Hoffnung ganz besonders weh.

    Ist nicht der mit Menschen vollgepferchte Viehwaggon zum eigentlichen Symbol eines Jahrhunderts geworden, das den industrialisierten Massenmord erfand? Und das Ergebnis dieser Kämpfe? Zum Beispiel Jugoslawien. Um genauer zu sein: Titos Jugoslawien. Und als Tito starb, ging alles, alles den Bach runter. Da brach, mitten in Europa, eine Barbarei auf, die uns Mitteleuropäern unfassbar erschien. Konzentrations- und Vergewaltigungslager inklusive. Wie konnte das nur passieren? Lebten wir nicht inzwischen in einer kultivierteren Epoche, in der ‚so etwas’ unvorstellbar geworden war? Peinlich berührt, faselten wir vom ‚Balkan‘, den sowieso kein Mensch begreifen könne und schauten mit offener Verachtung und uneingestandenem Grauen auf eine Region, die wir flugs zum Hinterhof Europas erklärten. Diese Sichtweise vereinfachte vieles. Für uns blieb ‚nur‘ das Asylantenproblem. Um historische Zusammenhänge scherten wir uns nicht, da man ja ‚die da hinten im Hinterhof‘ qua definitionem sowieso nicht verstehen konnte. Und insgeheim warteten wir darauf, dass die Strände an der Adria, ebenso wieder für den Tourismus geöffnet würden, wie die Eisdielen in der Altstadt von Dubrovnik. ‚Schade‘, seufzten wir, als die Brücke von Mostar fiel und: ‚Schade, um all diese unersetzlichen Kulturgüter‘, als die Nationalbibliothek in Sarajevo brannte, während Scharfschützen auf Menschen schossen, die um ihr Leben rannten wie die Hasen. Dabei hatten wir keine Ahnung von den Kulturgütern des Balkans und wir dachten auch nicht darüber nach, dass der Balkan jahrhundertelang nicht der Hinterhof, sondern das Vorzimmer Europas gewesen war. Was hier geschah, hatte (und hat) unweigerlich Auswirkungen auch auf das restliche (oder soll ich sagen: westliche) Europa.

    Was war uns Jugoslawien? Zuerst einmal ein willkommenes (weil gastfreundliches und billiges) Urlaubsland. Irgendwie eine sonnigere Art von Sozialismus als die piefige Stasi-infizierte Verwaltungsvariante der DDR. Noch heute schwärmen Nostalgiker von wochenlangen Bully-Fahrten entlang der Adria-Küste. Manch einen verschlug es damals sogar bis in den Iran oder nach Afghanistan – damals waren das Reiseländer für Abenteuerlustige. Heute für Lebensmüde. So ändern sich die Zeiten! Wenn wir auf diese ehemaligen Reiserouten blicken, wird klar, wie brüchig gesellschaftliche Konstrukte sind, die von ganz oben mit der eisernen Klammer der Gewalt zusammengehalten werden.

    Hat das die Traveller damals interessiert? Nicht wirklich. Sie haben den Frieden genossen. Und in seinem Gefolge Freude und Eierkuchen – meint: Selbstfindung, Sonne, Slibowitz. Und ebenso indifferent standen sie später der Tatsache gegenüber, dass die jugoslawische Gesellschaft nach Titos Tod in einem jahrelangen Bürgerkrieg atomisiert wurde.

    Für ein paar Jahre wandten wir uns ab und verbrachten unseren Urlaub statt an der Adria in Holland oder in der Dominikanischen Republik oder All-inklusive in der Türkei. Mit leichtem Ekel sahen wir, wie unsere vertrauten Urlaubsgebiete unter Granatwerferbeschuss lagen und erkannten nicht, dass  hier in Wirklichkeit Europa ein einziges, riesiges dejà vu erlebte. Waren wir wirklich an einer Antwort interessiert, wenn wir fragten: Warum?

    Ivan Ott, ein Kriegskind, das erst nach dem Zweiten Weltkrieg den wahren Horror erlebte, kann uns diese Frage beantworten. Er überlebte die gesamte Palette der Grausamkeiten. Nur seine Errettung erscheint dem Leser so wundersam, dass sie in einem Roman oder Film fast schon kitschig wirken würde. Aber das Leben schreibt ja oft die schönsten Geschichten. Und  wenn dies eine Hollywood-Story wäre, dann wäre hier Schluss: großes Finale, Happy-End, alles in bester Ordnung. Und alle Bürgerkriege der neunziger Jahre ganz weit weg. Aber so ist es nicht. Ivan Ott wurde mit unheilbaren seelischen Verletzungen in ein neues Nachkriegs-Leben hineingestoßen, das er nun irgendwie bewältigen musste. Er sagt, er sei in diesen qualvollen Monaten vom Kind zum Mann gereift, aber der Leser erkennt mühelos unter den aufgehäuften verbalen Schutzschichten das ebenso furchtsame wie hilflos-aufsässige Kind.

    Nie konnten diese Verletzungen heilen, denn es war Ivan Ott verboten, darüber zu reden. Ebenso eindrücklich, wie er uns auf die Irrfahrt des halbwüchsigen Jungen mitnimmt, führt er uns vor Augen, wie die gesellschaftliche Verdrängung des Geschehenen funktionierte – weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Ein kollektives Trauma verschwand in Karsthöhlen, unter Waldböden und in den Gruben der hastig ausgehobenen Massengräber. Die Sache stank zum Himmel – im wortwörtlichen Sinne, aber man hielt sich eisern an das gebotene Schweigen. Die Scham, die Angst, der Wunsch nach Verdrängen und Vergessen – dies alles waren starke Motive, große blinde Flecken in der Nachkriegsgeschichtsschreibung zu entwickeln. Dies ist übrigens kein exklusives jugoslawisches Phänomen, aber es lohnt sich, das vorliegende Beispiel zu studieren, da hier nachvollziehbar wird, zu welch furchtbaren Ergebnissen eine solche kollektive Verdrängung führen kann. Natürlich explodierte dieses System in den Balkankriegen, als die eiserne Klammer – Tito – wegfiel. Was haben wir eigentlich erwartet?

    In der Biographie Ivan Otts kreuzen sich zwei große Linien, entlang derer Geschichte erzählt werden kann: zum einen die Linie der offiziellen Geschichtsschreibung, also das, was in den Schulbüchern steht; zum anderen die Lebenslinie eines einzelnen Individuums. Diese Linie ist schmal, vernachlässigbar schmal – es ist leicht, ‚unpassende‘ Schicksale aus der offiziellen Geschichtsschreibung zu tilgen.

    Auch wir Deutsche kennen dieses Problem: vor der Monstrosität des millionenfachen Holocausts gegen die Juden erschienen andere Opfer als vernachlässigbare Minderheiten oder wurden auch dann noch diskriminiert, nachdem die Verbrechen des Naziregimes offiziell aufgearbeitet wurden: Lesben und Schwule, Sinti und Roma, geistig und / oder körperlich Behinderte, psychiatrisch Kranke, Deserteure und viele andere, die auch in der Bundesrepublik noch über Jahrzehnte weiter fleißig ausgegrenzt wurden. Nicht zu vergessen, die ehemaligen Zwangsarbeiter, die, wenn überhaupt, lächerliche Abfindungen erhielten und oft in ihren Heimatländern ein erbärmliches Dasein fristen. Ganz unverhohlen, setzt die Politik, abseits offizieller Gedenkveranstaltungen, oft auf die ‚biologische Lösung‘ solcher ‚Altlasten‘.

    Es mag sein, dass Ivan Ott nur eines von Millionen traumatisierter Kriegskinder ist – ein winziger Bruchteil seiner Generation. Aber er ist einer, der nicht schweigt. Und deswegen ist seine Geschichte wichtig: Ivan Ott steht auch als Stellvertreter für die vielen, die zum Schweigen gebracht wurden oder es nie wagten, das ihnen auferlegte Schweigen zu brechen oder für diejenigen, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht in der Lage sind, sich Gehör zu verschaffen. Da Geschichte ja immer weiter fortgeschrieben wird und wir offenbar nur begrenzt lernfähig sind, gibt es auch immer wieder neue Gruppen solcher schweigender Zeitzeugen. Für sie stellt sich nicht primär die Frage nach Vergessen oder Verzeihen. Für sie stellt sich ganz dringlich die Frage nach der Wahrnehmung ihrer Leiden.

    Aus meiner Arbeit und aus vielen Gesprächen mit traumatisierten Menschen weiß ich, wie wichtig es für das einzelne Opfer ist, dass sein ganz persönliches Schicksal wahrgenommen und sein Leid dadurch entsprechend gewürdigt wird. Geschieht dies nicht, dann bleibt dieser Kloß im Hals stecken, dieses Gemisch aus Scham und Unsagbarem, ja, die Opfer schämen sich oft zutiefst. Sie schämen sich dafür, dass sie entwürdigt wurden, dafür, dass sie ihre Lieben nicht schützen konnten und zuletzt schämen sie sich dafür, dass es gerade sie sind, die überlebt haben. Und wenn all dies nicht ausgesprochen wird (und natürlich muss jemand da sein, der zuhört), wenn dieser Kloß im Hals steckenbleibt, dann wächst er und wird zu einem explosiven Gemisch. Tragischerweise richtet sich dessen  Zerstörungskraft meist gegen den traumatisierten Menschen selbst. Hass und Verbitterung können aber auch ganz konkret einen Krieg begünstigen, etwa einen Bürgerkrieg, so, wie in Ex-Jugoslawien – oder wie in den Auseinandersetzungen in Syrien, zwischen Palästina und Israel, oder in Ruanda oder Kongo … wir wollen nicht hinsehen. Aber wir sollten. Nicht jeden Tag, das wäre unerträglich. Aber immer wieder. Und wenn, dann sehr genau.